Gut Kaisersruh wird saniert

Vor dem Verfall gerettet: In Abstimmung mit der Denkmalbehörde werden Herrenhaus und Kutscherhaus wieder errichtet

Es tut sich etwas an der Ruine Gut Kaisersruh: Kommt man über die B 57 an die Stadtgrenze von Aachen nach Würselen, sieht man die Ruine des ehemals herrschaftlichen Gut Kaisersruh immer weiter verfallen, die maroden Fassaden- und Giebelreste müssen aktuell von massiven Stahlträgern gestützt werden.

Erst vor wenigen Tagen haben Rodungsarbeiten den Blick freigegeben auf die zu erahnende Schönheit des klassizistischen Herrenhauses mit dem nebenliegenden Kutscherhaus. Noch sind nur der Portikus am Haupteingang zu erkennen, im früheren Garten zeugt ein Wandbrunnen von vergangener Poesie.

Die zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Freiherr von Fisenne errichtete Hofanlage hatte 1818 den russischen Zaren Alexander I. anlässlich des Monarchenkongresses zu Gast und wird seither als Gut Kaisersruh bezeichnet. In seiner bewegten Geschichte, unter anderem mit einem stattlichen Anbau des Herrenhauses zu Beginn des 20. Jahrhunderts, hat das Gut unterschiedliche Nutzungen und vor allem auch in den letzten Jahren einige, leider vergebliche Bemühungen beim Wiederaufbau sowie in der Verwendung erleben müssen. Doch jetzt hat sich das Blatt gewendet: Ein ortsansässiger Investor erhielt zu Jahresbeginn die Genehmigung des Bauamtes für den Wiederaufbau. Es scheint ganz so, als würden die Gebäude nunmehr aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen.

Die Pläne sehen vor, in Abstimmung mit der Denkmalbehörde das Herrenhaus und das Kutscherhaus wieder so zu errichten, wie sie ursprünglich aussahen. Als Verbindung zwischen den beiden Gebäuden ist eine optisch ansprechende Erschließung, im spannenden Kontrast zu beiden Gebäuden, vorgesehen.
Sichtbar werden für Passanten von der Aachener Straße aus die klassizistischen Fassade des Herrenhauses mit ihrer klaren Schnörkellosigkeit und den schlanken Säulen an der Eingangsseite, und seitlich der frühere Anbau im neobarocken Stil mit nach oben abgerundeten Fensterlaibungen, Stuckbögen und Rankenornamenten. Von der Küttgensallee fällt der Blick auf beide Gebäude – Herrenhaus und das niedrigere, zweigeschossige Kutscherhaus.

Der neue Eigentümer, der Aachener Unternehmer Franko Neumetzler, hat kürzlich den positiven Baubescheid erhalten und unter Beachtung des Bundesnaturschutzgesetzes die notwendigen Rodungsarbeiten vorgenommen. Mit dem Wiederaufbau von Gut Kaisersruh soll bereits innerhalb der nächsten drei Monate begonnen werden. Beauftragt wurde dafür ein regionales, auf die Wiederherstellung von denkmalgeschützten Gebäuden spezialisiertes Unternehmen. Demnächst wird also der traurige Anblick des Verfalls von Gut Kaisersruh endlich der Vergangenheit angehören.

Mit Beendigung der Bauarbeiten wird hier eine repräsentative Büroimmobilie mit rund 1.700 Quadratmetern Nutzfläche zur Verfügung stehen. Dies in bester Lage und mit hervorragender Anbindung an das Straßennetz. Ein Kleinod, das der Eigentümer auch für die Ansiedlung seiner eigenen unternehmerischen Aktivitäten nutzen wird, welches sich aber auch künftigen Mietern und für Interessenten als attraktiver Firmensitz anbietet. Von dem Wiederaufbau dürften neben dem Denkmalschutz auch die Nachbarn und Anlieger, wie nicht zuletzt auch interessierte Unternehmen der Region Aachen profitieren.

Bürgermeister Arno Nelles zeigte sich für die Stadt Würselen sehr erfreut über diese Entwicklung und diese Investition: “Endlich hat der leidige Zustand des altehrwürdigen Herrschaftshauses ein Ende und das ‘Gut Kaiserruh’ wird so wieder zum Leben erweckt werden”.

Herausgegeben am 02.03.2016 / Pressestelle der Stadt Würselen

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